Perchtoldsdorf

160pxAbb. 1 Wappen von Perchtoldsdorf
Basisdaten
Höhe 265 m
Fläche 12.6 km2
PLZ 2380
Vorwahl 01
Kfz MD
Website www.perchtoldsdorf.at
Bürgermeister Martin Schuster (ÖVP)

Perchtoldsdorf ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Mödling in Niederösterreich und einer der zahlreichen Weinorte im Umkreis von Wien. Umgangssprachlich wird Perchtoldsdorf auch als Petersdorf oder als P’dorf bezeichnet.

Geografie

Perchtoldsdorf liegt an der südlichen Stadtgrenze von Wien. Im Westen grenzt die Marktgemeinde an den Wienerwald. Nach der Bezirkshauptstadt Mödling ist sie der größte Ort des Bezirkes Mödling.

Zu Jahresbeginn 2012 führten Perchtoldsdorf und Kaltenleutgeben einen Gebietstausch in der Größe von 58 Hektar durch, wodurch sich die Gemeindegrenzen etwas verschoben und die Gemeinde nun im Südwesten ein kurzes Stück an die Katastralgemeinde Weissenbach der Gemeinde Hinterbrühl grenzt. Einige Grundstücke der Tirolerhofsiedlung lagen auf Kaltenleutgebener Gebiet, obwohl die Bewohner alle Einrichtungen der Marktgemeinde Perchtoldsdorf und nicht ihrer Heimatgemeinde nutzten. Kaltenleutgeben war auf direktem Weg für sie nicht erreichbar. Perchtoldsdorf trat im Gegenzug eine ebenso große Fläche auf den Grundstücken der ehemaligen Perlmooser AG an Kaltenleutgeben ab.

;Naturpark Föhrenberge, Perchtoldsdorfer HeideDer Westen von Perchtoldsdorf besteht aus dem Naturpark Föhrenberge, der ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Wiener Bevölkerung ist und mit dem Franz-Ferdinand-Schutzhaus auf dem Parapluieberg, der Teufelstein-Hütte und der Kammersteinerhütte auch mehrere Gaststätten aufweist. Zum Naturpark gehört die Perchtoldsdorfer Heide, ein Trockenrasenbereich mit seltenen Tieren und Pflanzen. Dieser Bereich war bis in die 1960er-Jahre als Weideland und durch mehrere Steinbrüche genutzt. Er war eines der ersten Wintersportgebiete im Raum von Wien (1910 wurden bereits Benützungsgebühren für Rodler eingehoben, was zu entsprechenden Protesten führte). Im Bereich des Saugrabens fanden von 1955 bis 1960 auch Motocross-Rennen statt. Die „Rablhütte“, ein in den 1920er-Jahren entstandenes Gasthaus am Westrand der Heide wurde zur Vermeidung von Bauspekulationen von der Gemeinde Perchtoldsdorf erworben und 1986 abgebrochen.

;TheresienauIm Osten der Gemeinde liegt das Gebiet des früheren adeligen Landgutes Theresienau. Es umfasst den Bereich der früheren Speich-Mühle (Spach-Mühle) und wird seit 1866 so genannt. Der Name hat nichts mit der „Kaiserin“ Maria Theresia zu tun, sondern verweist auf Therese von Orlando, die Gattin des Gutsbesitzers Franz von Orlando, der bereits vor der Namensänderung auf dem Gutsgebiet eine Musterlandwirtschaft geführt hatte. In diesem Zusammenhang war ihm 1872 das Ritterkreuz des Franz-Josephs-Ordens verliehen worden. Der Dichter Fritz von Herzmanovsky-Orlando war mit den Gutsbesitzern verwandt. Es ist die Ansicht publiziert, dass eine der skurrilen Figuren im Roman Herzmanovsky-Orlandos „Der Gaulschreck im Rosennetz“, nämlich Baron Nadir von Semlin, auch auf Anregungen aus dem Gutsbesitz zurückgeht (es soll sich bei ihm um einen getauften Sohn des Schahs von Persien gehandelt haben, der im Rahmen seines ländlichen Refugiums bei Mödling einen Harem unterhalten und Totenköpfe gesammelt habe). Das Landgut wurde 1882 an die Familie Brenner-Felsach verkauft.

Nachbargemeinden

Geschichte

Der Bereich Hochstraße-Walzengasse war vor ca. 15 Mio. Jahren, in der Zeit des Badeniums im Miozän, eine Brandungsterrasse des damaligen Meeres, der Paratethys. Bei der Anlage eines Kellers wurden 1995 Versteinerungen gefunden (See-Igel, Haifischzahn und Jakobsmuschel).

Nach den heutigen Erkenntnissen war der ebene Teil von Perchtoldsdorf bereits 6000 vor Christus besiedelt. Archäologische Ausgrabungen belegen eine Besiedlung des Gemeindegebietes seit der Jungsteinzeit, unter anderem zwei Kreisgrabenanlagen und Gräber der Spätantike. Weitere Ausgrabungen, bei denen auch Reste einer Weinpresse gefunden wurden, belegen die wirtschaftliche Nutzung des Gebietes im Mittelalter.

Der Name Perchtoldsdorf wird 1140 das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Besiedlung erfolgte damals rund um die Burg am heutigen Marktplatz. Auf der Burg Perchtoldsdorf waren zur Zeit der Babenberger die einflussreichen Herren von Perchtoldsdorf. Von wem der Name genau abstammt, ist historisch nicht belegt. Nach den Herren von Perchtoldsdorf gingen die Herrschaftsrechte im Jahr 1286 an die Habsburger über. Die Burg Perchtoldsdorf wurde als Witwensitz der Habsburger benutzt, der Ort nahm einen neuerlichen Aufschwung und erreichte 1400 das Marktrecht.

Als die Ungarn unter Matthias Corvinus Niederösterreich unter ihre Herrschaft brachten, war Perchtoldsdorf stark betroffen und die Besitzverhältnisse wechselten oft. Erst unter Kaiser Maximilian erholte sich der Ort wieder. Der Wehrturm wurde fertiggestellt und einige Bürgerhäuser, die heute noch bestehen, wurden damals gebaut.

Während der ersten Türkenbelagerung 1529 wurde der Ort selbst zwar verwüstet, die Bewohner konnten sich jedoch in der befestigten Wehrkirche verschanzen und kamen so glimpflich davon. Erst die zweite Türkenbelagerung 1683 setzte der Marktgemeinde, die vorher schon wirtschaftlich sehr schwach war, sehr zu. Fast die gesamte Bevölkerung wurde dabei von den osmanischen Truppen ermordet oder vertrieben. Erst langsam erholte sich der Ort wieder.

Für die Zeit gegen Ende des 17. und die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts ist in Perchtoldsdorf ein Passionsspiel mit dem Stoffkreis des verstoßenen Ismael belegt, das mit Einflüssen aus Wien in Verbindung gebracht wird (1. Buch Moses, 21. Kapitel, Verse 9 ff.). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der vorher eher protestantische Ort sogar ein Wallfahrtsort.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Perchtoldsdorf eine beliebte Sommerfrische, und es entstanden neben den Weingärten immer mehr Villen, die zum großen Teil heute noch stehen. So wurde 1860 / 1870 im Nordwesten der Gemeinde planmäßig ein Cottageviertel errichtet. Dieser Trend hielt auch im 20. Jahrhundert an.

1938 wurde Perchtoldsdorf von der nationalsozialistischen Diktatur an „Groß-Wien“ angeschlossen. 1946 einigten sich Wien und Niederösterreich darauf, dass der Ort wieder zum Land Niederösterreich gehören sollte. Die Sowjetunion verhinderte dies als Besatzungsmacht allerdings bis 1954. Dann wurde der 25. Bezirk Wiens, zu dem der Ort gezählt hatte, aufgelöst. Von Schäden im Zweiten Weltkrieg blieb Perchtoldsdorf weitgehend verschont.

Heute sind zu den ungefähr 14.000 Einwohnern noch 2.500 Zweitwohnungsbesitzer zu zählen.

Partnerschaft

  • Donauwörth in Bayern, Deutschland (Zusammenschluss am 6. Oktober 1973)

Wappen

Der Marktgemeinde wurde bereits 1406 das Wappen, das bis heute gültig ist, verliehen. Im rot-weiß-roten Bindenschild befindet sich die Burg mit einem Turm in der Mitte.

Politik

Der Gemeinderat hat 37 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, 9 SPÖ, 6 FPÖ, 3 PBL (Perchtoldsdorfer Bürgerliste), und 2 LIF (Liberales Forum).
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 23 ÖVP, 7 SPÖ, 3 Grüne, 2 FPÖ, und 2 PBL.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 24 ÖVP, 6 SPÖ, 4 Grüne, 2 FPÖ, und 1 PBL.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 23 ÖVP, 4 SPÖ, 4 GRÜNE, 2 FPÖ, 2 PBL, und 2 NEOS.

;Bürgermeister

  • 1975–1981 Siegfried Ludwig (ÖVP)
  • 1981–1992 Paul Katzberger (ÖVP)
  • seit 2002 Martin Schuster (Politiker) (ÖVP)

Wirtschaft

Die gewerbliche Wirtschaft Perchtoldsdorfs war schon in älteren Zeiten sehr differenziert. Zahlenmäßig stärker vertretene Gewerbe waren zu Zünften – „Zechen“ genannt – zusammengeschlossen, wie die der Fleischer, Schuster, Bäcker, Weber, Schmiede und Binder. Ihre „Zechen“ sind schon im Mittelalter nachweisbar. Die „Zechen“ entwickelten eine gewisse Selbstverwaltung in Handwerksangelegenheiten – zur Aufbewahrung ihrer Schriftstücke und der Kasse verwendete man Truhen, von denen einige in Perchtoldsdorf erhalten geblieben sind und im Ortsmuseum, das im Wehrturm eingerichtet wurde, betrachtet werden können. Neben den Handwerkerzechen gab es nichtzünftige Gewerbe, die in Perchtoldsdorf im 18. und frühen 19. Jahrhundert ebenfalls von Bedeutung waren. Dazu zählen die Salpetererzeugung, Kattundruck, Herstellung von Dosen und Wachstuch, Kerzenfabrikation, Brauerei und Essigerzeugung.

Im Norden des Gemeindegebietes liegen im Tal von Kaltenleutgeben eine Reihe von Steinbrüchen, in denen der dort vorkommende Kalkstein gebrochen wird, aber auch (in aufgelassenen Steinbrüchen) Deponien betrieben werden bzw. wurden. Dieses Gebiet ist wegen seiner komplizierten geologischen Struktur in einer Reihe geologischer Fachpublikationen eingehend untersucht worden.

;WeinbauPerchtoldsdorf ist ein Weinort in der niederösterreichischen Thermenregion und als solcher bekannt für seine Heurigen. Der Wein gedeiht in Perchtoldsdorf deshalb so gut, weil in der Erde Löss enthalten ist.

Wein wird in Perchtoldsdorf nach traditionellen Methoden erzeugt, wobei das Holzfass aus Eichenholz (Barrique) seit 1990 eine wichtige Rolle spielt. Bei den Weinbaubetrieben handelt es sich um Klein- bis Mittelbetriebe, Großbetriebe und Winzergenossenschaften fehlen.

;IndustrieErst in den letzten Jahrzehnten haben sich im flachen östlichen Teil des Ortes auch Industriebetriebe angesiedelt. Einer der ältesten war die österreichische Niederlassung der 3M, die aber im Jänner 2014 nach Meidling übersiedelt ist. Auch andere Unternehmen, wie zum Beispiel Stihl, betreiben dort Niederlassungen, vor allem Verkaufsbüros.

In der Nähe des Perchtoldsdorfer Bahnhofs befindet sich auch die Zentrale des österreichischen Modeunternehmens Kleider Bauer. Dieses beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter in ganz Österreich.

Verkehr

Durch Perchtoldsdorf verläuft die Südbahn von Wien nach Wiener Neustadt. An der Haltestelle bleiben jedoch nur Züge der S-Bahn-Linien S 2/S 3/S 4 stehen. Des Weiteren fahren ein Ortsbus sowie andere Busse das Gemeindegebiet ab.

Am nördlichen Ortsrand befindet sich an der Wiener Stadtgrenze die Endstation der Straßenbahnlinie 60. Diese Strecke, die Perchtoldsdorf mit Hietzing verband, wurde von der Firma Krauss & Comp.auf Basis der Konzession vom 30. Juli 1882 als theilweise als Straßenbahn auszuführende Localbahn (Dampftramway) erbaut, am 18. Oktober 1883 feierlich Probe gefahren und am 27. Oktober 1883, als erste Dampftramway Österreichs, eröffnet. Bis auf Weiteres kamen täglich neun Züge in jeder Richtung zum Einsatz. Die gemäß Konzession vom 26. März 1886 bis nach Mödling weitergebaute Strecke wurde am 12. Mai 1887 dem Verkehr übergeben.

Nach der Übernahme der Strecke durch die Gemeinde Wien, am 1. Jänner 1908, wurde umgehend mit der Elektrifizierung dieser sog. südlichen Linie begonnen, und schon am 7. August 1912 fuhr der letzte dampfgetriebene Zug nach Mauer. Die Strecke Mauer – Mödling wurde, kriegsbeeinflusst, bis 1921 mit Dampftramwaylokomotiven und Beiwagen betrieben. 1920 konnte die Streckenelektrifizierung in Angriff genommen und mit der Eröffnungsfeier am 27. Mai 1921 abgeschlossen werden: Die Linie trug von nun an das Signal 360. (Verstärkungszüge, die bis Perchtoldsdorf eingeschoben wurden, zeigten bis 1938 sowie von 1945 bis 1963 die Signaltafel 260.)

Die Linie 360/260 schloss an die Linie 60 der Wiener Verkehrsbetriebe (Wiener Linien) an. Sie begann zunächst in Mauer, ab 24. November 1963 (wegen Verlängerung der Linie 60) erst in Rodaun und verlief in Perchtoldsdorf weitgehend auf eigenem Gleiskörper außerhalb von Straßen.

In den Jahren 1964 bis 1966 wurde die Linie weitgehend modernisiert; u. a. erneuerte man 1964 den Betriebsbahnhof Perchtoldsdorf, 1966 die gesamte Gleisanlage auf Mödlinger Boden. Noch während der Renovierungsarbeiten wurde von bevorstehender Betriebseinstellung gesprochen, zunächst mit 1. Jänner 1967, dann mit 1. Mai 1967. — Mit 30. November 1967 kam es dann wegen politischer Streitigkeiten über die Finanzierung der Linie (Niederösterreich weigerte sich, dazu beizutragen) zur Stilllegung der Straßenbahnstrecke. Nach der Einstellung der Linie wurde auf der Trasse die Donauwörther Straße und einige Wohnhäuser gebaut. Die Gleisanlagen im Bereich der 60er-Endstation waren noch 2017 sichtbar. Der Rückbau der Strecke nach 1967 wurde 2017 vom Bürgermeister Perchtoldsdorfs als schwerer Fehler bezeichnet, der im Zusammenhang mit der Kaltenleutgebener Bahn nicht wiederholt werden dürfe.

Ein direkter Autobahnanschluss besteht zur Wiener Außenringautobahn A 21, aber auch zur Südautobahn A 2 ist es nicht weit.

Außerdem gibt es mehrere Taxi-Unternehmen, die – mit Subventionen der Gemeinde – vergünstigte Fahrten im Gebiet der Ortschaft und in umliegenden Gebieten anbieten. Dies erfolgt mit der P’Card.

Die 1883 eröffnete Bahnstrecke Liesing–Kaltenleutgeben (Kaltenleutgebener Bahn) verläuft zu mehr als 80 Prozent auf Perchtoldsdorfer Gemeindegebiet. Die Bahnstrecke existiert auf Perchtoldsdorfer Gebiet noch vollständig, wurde zuletzt nur mehr für Zementtransporte genutzt. Die offizielle Stilllegung als öffentliche Eisenbahn erfolgte im Jahr 2013, die Bahn wurde danach als Anschlussbahn anerkannt, ihre Grundstücke durch die Marktgemeinde Perchtoldsdorf 2015 gepachtet und 2017 erworben. Die Strecke führt nur mehr bis zum Endbahnhof Waldmühle im ehemaligen Zementwerk Holcim (früher Lafarge Perlmooser) in Kaltenleutgeben.

Der relativ zentrumsnahe Bahnhof Perchtoldsdorf der Bahnstrecke Liesing–Kaltenleutgeben war bereits der zweite Bahnhof auf Perchtoldsdorfer Gemeindegebiet: Die erste Station war weitab des Ortszentrums nördlich der Straßenbrücke der Mühlgasse an der Südbahn gelegen (siehe historische Karten), 1841 eröffnet und 1883 nach der Errichtung der Kaltenleutgebener Bahn wieder geschlossen worden. Die heutige Haltestelle Perchtoldsdorf an der Südbahn wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen. Das historische Bahnhofsgebäude der Bahnstrecke Liesing–Kaltenleutgeben besteht auch 2010 noch in originalem, gleichwohl sehr schlechtem Zustand. Die Gleisanlagen des Bahnhofes wurden in den 1990er Jahren aber wesentlich rückgebaut.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptsehenswürdigkeiten sind die zentral gelegene Burg, der teils mittelalterliche Marktplatz und der größte erhaltene Wehrturm Österreichs. Der Wehrturm dient zugleich als Kirchenglockenturm, jedoch besteht keine bauliche Verbindung zwischen Kirche und Turm.

  • Wehrturm Perchtoldsdorf
  • Pfarrkirche Perchtoldsdorf
  • Kulturzentrum Perchtoldsdorf
  • Dreifaltigkeitssäule; eine barocke Pestsäule aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts.
  • Auferstehungssäule von Perchtoldsdorf; eine barocke Heilandssäule aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Dieses sakrale Bauwerk ist eines der wenigen erhaltenen Bauwerke der ehemaligen Wallfahrtsstätte „Leonhardiberg“.
  • Am Perchtoldsdorfer Friedhof befinden sich unter anderem die Ehrengräber des Anatomen Josef Hyrtl und des Malers Hans Fronius. In der Pfarrkirche fand der bedeutende mittelalterliche Theologe, Universitätsprofessor und Geschichtsschreiber Thomas Ebendorfer (1388–1464) seine letzte Ruhestätte (Der Grabstein findet sich heute im Wehrturm in der Nikolauskapelle).
  • Kreuzweg Hochberg
  • Das Haus Hauptplatz 20 war als „Melker Lesehof“ das Zentrum der Zehent- und anderer Rechte des Stiftes Melk im Gebiet von Perchtoldsdorf. Ab dem Jahr 1323 wurde dort eine Herberge für Stiftsangehörige geführt, 1380 erwarb das Stift das Gebäude, später noch den angrenzenden Hof „Im Holz“ (später Elisabethstraße 2). Die Anlage, zu der geräumige Weinkelleranlagen gehörten, wurde nach 1848 verkauft. Im Stiftsarchiv von Melk ist aus dem letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts eine Arbeitsunterlage für die Einbringung des Weinzehents erhalten, von der um 1600 eine deutsche Abschrift angefertigt wurde und die Flurnamen enthält, die auch noch in der Gegenwart verwendet werden: das Directorium novelli decimatoris bzw. Directorium eines neuen Lesemeisters.
  • Josefswarte und Kammersteinerhütte
  • Burgruine KammersteinSeit 1976 finden im Juli jährlich die Sommerspiele Perchtoldsdorf im Burghof statt.

;Brauchtum

  • Perchtoldsdorfer Hütereinzug: Weinfest am Samstag bis Montag nach dem Leonhardi-Tag (6. November), Dankprozzession der Jungmänner der Weinbauernschaft, humoristisches Gstanzln-Singen am Marktplatz, mit 2010 in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.
  • Weißer Stein: Ein Felsstück oberhalb der Riede Hochrain im Waldrand im Südwesten des Ortes: Das Gestein wird regelmäßig von Buschwerk freigeschnitten und mit weißer Kalkfarbe bemalt. Es erinnert daran, dass dort im Jahr 1422 der Weinhüter Thomas von Brauereigehilfen niedergeschlagen wurde. Er war danach von Weinhauern gerettet und gesund gepflegt worden, der Hütereinzug soll auch an diesen Vorfall erinnern.
  • Urbanikapelle: Diese Kapelle in den Weinrieden der Hagenau wurde am 22. September 1968 zu Ehren von St. Urban geweiht. Die Statue des Heiligen ist ein Werk der Bildhauerin Margarete Hanusch, das durch eine Spende der Atzgersdorfer Weinhauerin Magdalena Edelmoser aufgestellt werden konnte. Die Pläne zum Kapellenbau wurden von Paul Katzberger erstellt.

Bildung

Perchtoldsdorf verfügt über gut ausgebaute Bildungseinrichtungen. Im Ort gibt es fünf Kindergärten, zwei Volksschulen, eine Neue Mittelschule, ein Gymnasium und eine Sonderschule sowie die Franz-Schmidt-Musikschule. 2019 wurde die Ferienbetreuung der Gemeinde von der NÖ Familienland GmbH ausgezeichnet.

  • Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Perchtoldsdorf

Persönlichkeiten

;Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Tilly Bébé (1879–1932), Dompteuse
  • Karl Heinrich Brunner (1887–1960), Architekt und Stadtplaner
  • Friedrich Eckstein (1861–1939), Polyhistor, Literat, Mäzen und Theosoph
  • Eugen Margarétha (1885–1963), Jurist und Politiker
  • Alfred Merz (1880–1925), Meereskundler
  • Karl Harberger (1896–1969), Architekt und Lokalpolitiker der FPÖ
  • Brigitte Neumeister (1944–2013), Schauspielerin und Autorin
  • Max Schrems (1892–1944), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Franz Siegel (1876–1927), Politiker
  • Oswald Tschirtner (1920–2007), Künstler
  • Franz Vesely (1898–1951), Politiker
  • Harro Wödl (1927–1977), Segelflieger

;Personen mit Bezug zur Gemeinde

  • Thomas Berlower (um 1421–1496), Geistlicher, Bischof von Konstanz, ab 1480 Pfarrer von Perchtoldsdorf
  • Heinrich Berté (1857–1924), Komponist, Schöpfer der Operette „Das Dreimäderlhaus“, in Perchtoldsdorf verstorben
  • Herbert Boeckl (1894–1966), Maler, lebte von 1930 bis 1935 in Perchtoldsdorf
  • Hans Breuer (1870–1929), Sänger (Tenor) und Opernregisseur, in Perchtoldsdorf verstorben und beerdigt
  • Sebastian Brunner (1814–1893), Geistlicher, Zeitungsgründer, 1839–1842 Kaplan in Perchtoldsdorf
  • Albert Camesina (1806–1881), Grafiker und Altertumsforscher, Besitzer eines Landsitzes in Perchtoldsdorf
  • Ludwig Derleth (1870–1948), Schriftsteller und Mystiker, lebte zwischen 1928 und 1935 in Perchtoldsdorf
  • Thomas Ebendorfer (1388–1464), Geistlicher, Hochschullehrer, Autor, ab 1435 Pfarrer von Perchtoldsdorf
  • Victor von Eckhardt (1864–1946), Maler, lebte ab 1904 in Perchtoldsdorf
  • Johann Fercher von Steinwand (1828–1902), Dichter, von 1862 bis 1879 in Perchtoldsdorf
  • Franz Fröhlich (1823–1889), Architekt, zahlreiche Bauten in Perchtoldsdorf, bestattet auf dem Ortsfriedhof
  • Hans Fronius (1903–1988), Maler, lebte ab 1961 in Perchtoldsdorf
  • Pietro Giannone (1676–1748), neapolitanischer Jurist und Historiker, Sommergast bzw. tlw. exiliert in Perchtoldsdorf
  • Christoph Willibald Gluck (1714–1787), Besitzer eines Sommeranwesens in Perchtoldsdorf
  • Karl Gölsdorf (1861–1916), Lokomotivkonstrukteur, zahlreiche Sommerfrischeaufenthalte in der familieneigenen Villa
  • Maria Grengg (1888–1963), Autorin, Malerin, Illustratorin, auf dem Perchtoldsdorfer Friedhof bestattet
  • Jacques Hannak (1892–1973), Journalist und Schriftsteller, lebte bis 1934 in Perchtoldsdorf
  • Eduard Heinl (1880–1957), Politiker, Minister für Handel und Wiederaufbau, lebte in Perchtoldsdorf
  • Edmund von Hellmer (1850–1935), Bildhauer, in Perchtoldsdorf beerdigt
  • Auguste Hyrtl (1818–1901), Schriftstellerin, lebte ab 1869 in Perchtoldsdorf
  • Josef Hyrtl (1810–1894), Anatom, lebte ab 1869 in Perchtoldsdorf
  • Ottokar Janetschek (1884–1963), Schriftsteller, lebte ab 1938 in Perchtoldsdorf
  • Gerd-Klaus Kaltenbrunner (1939–2011), in Wien geborener Schriftsteller, Privatgelehrter und Philosoph, beigesetzt auf dem Friedhof Perchtoldsdorf
  • Franz Kieslinger (1891–1955), Kunsthistoriker und -händler, beteiligt am NS-Kunstraub
  • Herbert Alois Kraus (1911–2008), Journalist, Politiker
  • Rudolf Kremayr (1905–1989), Verleger, Kunstsammler
  • Siegfried Ludwig (1926–2013), Politiker, Landeshauptmann von Niederösterreich, Bürgermeister von Perchtoldsdorf
  • Ernst Wolfram Marboe (1938–2012), Journalist, Autor, Regisseur und Landes-, Fernseh- und Programmintendant des ORF, lebte in Perchtoldsdorf
  • Max Margules (1856–1920), Physiker und Meteorologe, in Perchtoldsdorf verstorben
  • Rebecca De Mornay (* 1959), US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin, ging in Perchtoldsdorf zur Schule und war im 1993 hier gedrehten Spielfilm Die drei Musketiere zu sehen.
  • Carl Thomas Mozart (1784–1858), zweiter Sohn von Wolfgang Amadeus Mozart, Schulbesuch in Perchtoldsdorf
  • Julius Patzak (1898–1974), Kammersänger
  • Felix Petyrek (1892–1951), Komponist und Pianist, in Perchtoldsdorf bestattet
  • Johanna von Pfirt (1300–1351), residierte als Herzogswitwe ab 1332 in der Perchtoldsdorfer Burg
  • Walter Pissecker (1929–1985), Autor und Journalist, lebte Jahrzehnte in Perchtoldsdorf und ist auch hier begraben
  • Wolfgang Pissecker (* 1965), Schauspieler, Autor, Kabarettist, lebt seit seiner Geburt in Perchtoldsdorf
  • Erwin Plevan (1925–2005), Architekt, wohnhaft und bestattet in Perchtoldsdorf
  • Johann Siegmund Popowitsch (1705–1774), Sprach- und Naturforscher, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Perchtoldsdorf
  • Michael Powolny (1871–1954), Keramikdesigner und Bildhauer, ab 1942 in Perchtoldsdorf
  • Robert Priebsch (1866–1935), Germanist, verstorben in Perchtoldsdorf
  • Karl Prusik (1896–1961), Alpinist, Musikwissenschaftler, in Perchtoldsdorf verstorben
  • Edwin Rambossek (* 1943), Politiker
  • Ambros Rieder (1771–1855), Komponist und Organist, arbeitete von 1802 bis zu seinem Tod als Schullehrer, Organist und Chorleiter in Perchtoldsdorf
  • Ferdinand Schirnböck (1859–1930), akademischer Maler und Kupferstecher, Gestalter von Banknoten und Briefmarken, gestorben in Perchtoldsdorf
  • Franz Schmidt (1874–1939), Komponist, lebte von 1926 bis zu seinem Tod in Perchtoldsdorf
  • Franz Schuselka (1811–1886), Politiker, 1861–1865 Perchtoldsdorfer Landtagsabgeordneter
  • Martin Schuster (Politiker) (* 1967), Politiker, seit 2001 Bürgermeister von Perchtoldsdorf
  • Rudolf Schuster von Bonnott (1855–1930), Beamter, Bankier und Politiker, bestattet auf dem Perchtoldsdorfer Friedhof
  • Alois Theodor Sonnleitner (1869–1939), Schriftsteller
  • Leo von Spaur (um 1440–1479 oder 1480), ab 1466 Pfarrer von Perchtoldsdorf, 1471 erster katholischer Bischof von Wien
  • Franz Steindachner (1834–1919), Zoologe, in Perchtoldsdorf wohnhaft und am Perchtoldsdorfer Friedhof beerdigt
  • Clemens Steindl (* 1944), Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs, von 1992 bis 1999 Gemeinderat in Perchtoldsdorf
  • Rita Streich (1920–1987), deutsche Opernsängerin, bestattet in Perchtoldsdorf
  • Georg Strnadt (1909–1980), Schriftsteller und Mundartdichter
  • Karl Hans Strobl (1877–1946), österreichischer Schriftsteller, lebte ab 1916 in Perchtoldsdorf
  • Michael Sturminger (* 1963), Regisseur und Autor, Intendant der Sommerspiele Perchtoldsdorf seit 2014
  • Carl Teibler (1821–1895), Porträt- und Historienmaler, verstorben in Perchtoldsdorf
  • Viktor Tilgner (1844–1896), Bildhauer, ab 1884 Hausbesitzer in Perchtoldsdorf
  • Hermann von Trenkwald (1866–1942), Kunsthistoriker, gestorben in Perchtoldsdorf
  • Josef Mathias von Trenkwald (1824–1897), Maler, gestorben in Perchtoldsdorf
  • Gerhard Tötschinger (1946–2016), 1999 bis 2001 Intendant der Perchtoldsdorfer Sommerspiele
  • Franz Viehböck (* 1960), erster österreichischer Raumfahrer, lebte Jahrzehnte in Perchtoldsdorf
  • Franziska Weisz (* 1980), Schauspielerin, besuchte in Perchtoldsdorf das Bundesrealgymnasium und machte hier ihre Matura
  • Gisela Werbezirk (1875–1956), Schauspielerin, lebte 1913–1928 in einer Villa in Perchtoldsdorf
  • Jürgen Wilke (1928–2016), 1981–1996 Intendant der Perchtoldsdorfer Sommerspiele
  • Hugo Wolf (1860–1903), Komponist und Musikkritiker, lebte zeitweise in den Wintermonaten in Perchtoldsdorf

Bilder und historische Landkarten

Weblinks

Anmerkungen

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Perchtoldsdorf

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